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Samstag, 14. Juli 2012, 11 Uhr

Vom BR aufgezeichnet.
(Sendetermin: BRKlassik "Festspielzeit": Freitag, 20. Juli 2012, 18 Uhr 05)

BÜRGERLICHE MUSIK EINER WELTMACHT
Amsterdam musikalisch um 1600
Die Kultur erblühte im Handelszentrum Amsterdam. Man musizierte überall, auf der Straße, in den Tavernen, zu Hause, in kleinen und großen Räumen, allein oder vor Publikum. Das Geld für Instrumente und Notendrucke war reichlich vorhanden. So hatten Komponisten wie Willem de Fesch, Antoine Mahaut oder Albertus Groneman ihr treues Publikum. Mit ihrer Musik gaben sie den Sehnsüchten und Ängsten der Menschen eine Stimme. Doch auch italienische Virtuosen wie der Geiger Pietro Antonio Locatelli fanden hier einen von hohen Einnahmen vergoldeten Wirkungskreis.

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Musica ad Rhenum, Amsterdam

Musica ad Rhenum wurde 1992 von dem Traverseflötisten Jed Wentz gegründet. Der intensive und höchst emotionale Stil des Ensembles erweckt die Musik des Barock, der Zeit der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang zu faszinierender Lebendigkeit. Die Konzerte des Ensembles in Europa, Nord- und Südamerika, Island, Israel und Japan wurden als "berauschend", "virtuos" und "innovativ" beurteilt. Das Ensemble zeigt, dass Barockmusik so stark, ausdrucksvoll und frei wie die Künstler selbst und noch genauso für die Menschen bedeutsam ist, wie zur Zeit, als sie komponiert wurde. So wird Musica ad Rhenum mit Traversflöte, Viola da Gamba und Cembalo bei der Matinée in der Heiigkreuzkirche das Publikum erschüttern, amüsieren und unterhalten.

Samstag, 14. Juli 2012, 19 Uhr

GANZ EUROPA ZU GAST IN DEN NIEDERLANDEN
Zeitreise mit der Blockflöte

Das Konzert spannt einen Bogen vom Frühbarock mit Musik von van Eyck oder Sweelinck, Stücken aus Sammlungen wie dem "Gooden Fluyt Hemel" oder dem "T'Uitment Cabinet" zu Sonaten des Barock von Niederländern wie de Fesch bis zu den italienischen Komponisten wie Locatelli oder Vivaldi.

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Dorothee Oberlinger (Blockflöte) Giampietro Rosato (Cembalo)
Seit ihrem Debüt in der Londoner Wigmore Hall 1997 zählt Dorothee Oberlinger zu den gefragtesten und faszinierendsten Blockflötenspielern. 2008 wurde sie als "Instrumentalistin des Jahres" mit dem "Echo Klassik" ausgezeichnet. Sie ist seit 2004 Professorin am Salzburger Mozarteum und seit 2009 Intendantin der Arolser Barockfestspiele.
Die renommierte Musikzeitschrift "Fono Forum" schrieb in einer Kritik über Dorothee Oberlinger: "Da springt der berühmte Funke über und man hält den Atem an. Dorothee Oberlingers mitreißende Virtuosität ist ein Erlebnis, ihr Spiel ist an Präzision und Geläufigkeit kaum mehr zu überbieten."Giampietro Rosato ist seit 1997 Cembalist in dem italienischen Barockensemble "Sonatori de la Gioisa Marca". Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Musiker hat einen maßgeblichen Anteil am "italienischen" Interpretationsstil Alter Musik.

Sonntag, 15. Juli 2012, 19 Uhr

NIEDERLÄNDISCHE BILDMOTETTEN UND WELTLICHE VOKALMUSIK UM 1600
Multimediakunst in der Renaissance?
Chorsolisten des Bayerischen Rundfunkchores
Leitung: Rudolf Hillebrand
Moderation: Dr. Thea Vignau-Wilberg

Im Zentrum des Programms stehen Bildmotetten des ausgehenden 16. Jahrhunderts, die in der Spätrenaissance fast schon so etwas wie "Multimediakunst" waren. Auf einem Kupferstich von Jan I. Sadeler ist zum Beispiel Maria von Engeln umgeben, die musizieren. Links und rechts von Maria halten zwei Engel Notenblätter, auf denen eine 5-stimmige Motette von Verdonck über den Text des Magnificats abgebildet ist. Man kann also die Musik der im Kupferstich gezeigten Engel hören. Außerdem erklingt in dem Konzert weltliche Vokalmusik um 1600. Um 15 Uhr und 16 Uhr 30 finden Führungen durch die Kunstausstellung "Com nu met sang" statt, wo die originalen Kupferstiche zu den Bildmotetten gezeigt werden. Diese Bildmotetten werden im Konzert in der Heiligkreuzkirche um 19 Uhr von den Chorsolisten des Bayerischen Rundfunkchores erstmals gesungen.

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Chorsolisten des Bayerischen Rundfunkchores (München)

Freude am Ensemblegesang und am gemeinsamen Musizieren polyphoner A-Capella-Literatur führte die Chorsolisten des Bayerischen Rundfunkchores vor 10 Jahren zusammen. Gerade die besondere Stimm- und Klangkultur in kleineren Besetzungen als Voraussetzung für große Chorbesetzungen im Beruf als Chorsänger war - und ist - Anlass, sich immer wieder zu verschiedensten Projekten zu treffen.
In der Apsis der Heiligkreuzkirche ist ein Konzertpodium aufgestellt. Die Zuhörer können so die Musiker von allen Plätzen aus sehen.

KARFREITAG, 6. APRIL 2012, 19 UHR

PASSIONSKONZERT

Giovanni Battista Pergolesi (1710 - 1736) "Stabat Mater"
Im traditionellen Passionskonzert am Karfreitag ist in diesem Jahr wieder Pergolesis "Stabat Mater" zu hören.
Dem "Stabat Mater", das man ein "Requiem der Mutter Gottes für ihren gekreuzigten Sohn" genannt hat, liegt ein mittelalterliches Gedicht zu Grunde, dessen Verfasser nicht sicher zu ermitteln ist. Es wurde unter anderem Papst Innozenz III. sowie den Franziskanermönchen Iacopone da Todi und Johannes Bonaventura zugeschrieben.
Diese religiöse Dichtung spielte auch im religiösen Volksleben, in der Andacht eine große Rolle. Pergolesi bekam den Auftrag zu einer neuen Vertonung von der adeligen Bruderschaft der "Cavalieri della Vergine dei Dolori" in Neapel , die an den Freitagen im März Andachten mit dem "Stabat Mater" abhielt. Pergolesis Neukomposition sollte einerseits Alessandro Scarlattis hochbarockes "Stabat Mater", das die genannte Bruderschaft einst ebenfalls in Auftrag gegeben hatte, ablösen, andrerseits aber die gleiche Besetzung haben: Zwei Solistinnen (Sopran, Alt), zwei Violinen, Viola und Basso continuo.
Während allerdings Scarlattis Vertonung in Vergessenheit geriet, war Pergolesis Werk wenige Jahre später überall bekannt. Es wurde vielfach gedruckt, bearbeitet, abgeschrieben. Bis heute zählt es zu den am häufigsten aufgeführten Werken geistlicher Kompositionen.
Pergolesi hat es 1736, in seinem Todesjahr, vollendet. Ein adeliger Gönner hatte ihn in seiner Villa in Pozzuoli aufgenommen, damit Pergolesi dort von seiner schweren Erkrankung, vermutlich Tuberkulose, genesen könne. Doch Pergolesi starb, gerade einmal 26 Jahre alt.
Giovanni Battista Pergolesi hatte besonders als Opernkomponist im In- und Ausland große Erfolge. Seine Musik, die dem Ideal einer zu Herzen gehenden Schlichtheit, Natürlichkeit und empfindsamen Sanglichkeit verpflichtet war, konnte sein Publikum tief bewegen. Mit dem "Stabat Mater" hat er ein Muster empfindsamer Kirchenmusik geschaffen.
So sieht Robert King das Besondere dieser Komposition in der ungewöhnlichen Haltung zu einem sehr bekannten Text, in der "seltsamen Mischung aus Oper und intensiver Frömmigkeit".
Die über den Tod ihres Sohnes in bittersüßem melodischen Gesang klagende Mutter Gottes wird bei Pergolesi zu einer menschlichen Frau, die in ihren mütterlichen Gefühlen, ihrem Leid für die Mitmenschen erreichbar wird.
Dieses "Stabat Mater" konnte "zum Idealtypus religiöser Musik in der aufsteigenden bürgerlichen Musikkultur und zum Inbegriff des neuen, empfindsamen Stils" werden.

Im Passionskonzert am Karfreitag wird Pergolesis Werk in der von den Auftraggebern gewünschten Besetzung für zwei Singstimmen, solistische Streicher und Continuo musiziert.Die Gesangsolistinnen sind Heidelinde Schmid (Sopran) und Erdmuthe Spiecker (Alt).
Heidelinde Schmid ist eine vielseitige Sängerin, die sich in zahlreichen Opernpartien, Liederabenden und geistlichen Konzerten im In- und Ausland einen Namen gemacht hat. Sie unterrichtet an der Musikschule Altdorf.
Erdmuthe Spiecker wirkt als Dozentin für Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in München und betreut eine Gesangsklasse an der Städtischen Musikschule Landshut. Neben ihrer erfolgreichen pädagogischen Tätigkeit führten sie Auftritte als Lied- und Oratoriensängerin durch Deutschland, verschiedene Länder Europas und nach Israel.
Der Landshuter Geiger Herbert Gill hat in seinem Streichquartett diesmal drei junge Instrumentalisten um sich versammelt:
Iris Günther (Violine), Jugendkulturpreisträgerin 2011 des Rotary-Club Landshut, ist derzeit Jungstudierende an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in München bei Markus Wolf.
Georg Roters (Viola), als Kind Schüler von Herbert Gill und Tanja Wagner, absolvierte ein Doppelstudium in den Hauptfächern Viola (bei Prof. Hariolf Schlichtig) und Klavier (bei Prof. Margarita Höhenrieder). Zur Zeit macht er eine Ausbildung zum Lehrer der Alexander-Technik.
Georg Fröschl (Cello), Schüler von Susanne Lohse,musizierte viele Jahre im Streichquartett und Jugendstreichorchester der Städtischen Musikschule.
Das Cembalo spielt Martin Bader,Kirchenmusiker von St. Jodok.

Der Eintritt zu dem Konzert ist frei. Um einen Beitrag zur Deckung der Kosten wird gebeten.

SAMSTAG, 17. MÄRZ 2012, 11 UHR 30

Epitaphium - Trauermusiken der Renaissance

Das Konzert des Münchner Ensembles für Alte Musik "Allegri" widmet sich dem musikalischen Umgang mit Sterben und Tod in der Renaissancezeit. Das ausdrucksstarke Requiem von Cristobal de Morales bildet einen meditativen Rahmen, welcher immer wieder von Elegien auf Komponisten und Könige unterbrochen wird. Es wird vier- bis sechsstimmige A-Capella-Musik zu hören sein.

Programmfolge

Cristobal de Morales: Requiem – Introitus und Kyrie

Josquin des Prez: Nymphes des bois, Elegie auf Johannes Ockeghem
Hieronymus Vinders: O mors inevitabilis, Elegie auf Josquin des Prez

Cristobal de Morales: Requiem – Graduale und Offertorium

Jacobus van Vaet: Continuo lacrimas, Elegie auf Jacobus Clemens non Papa

Cristobal de Morales: Requiem – Sanctus und Benedictus

William Byrd: Ye sacred muses, Elegie auf Thomas Tallis
John Weelkes: Death hath deprived me, Elegie auf Thomas Morley

Cristobal de Morales: Requiem – Agnus Dei und Communio

Alonso Lobo: Versa est in luctum, Motette zum Begräbnis Philipps II.

Es musizieren:
Susanne Ebel, Simone Hamann, Kristina Maidt-Zinke - Sopran
Diego Kauffmann, Martin Witzko - Tenor/Altus
Florian Mehltretter, Lukas Fabian Moser - Bariton
Jochen Schnapka - Bass

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