Konzerte zum 19. Landshuter Krippenweg

Im Rahmen des 19. Landshuter Krippenwegs finden an den drei Adventssonntagen, 3., 10. und 17. 12. 2017, um 11 Uhr 30 Konzerte statt. Am Freitag, 22.12.2017, 18 Uhr, ist – musikalisch umrahmt - Ludwig Thomas Erzählung „Heilige Nacht“ zu hören.

1. Adventssonntag, 3. 12. 2017. Die Musici Sancti Spiritus eröffnen mit festlicher vokaler und instrumentaler Barockmusik die Konzertreihe am  Die Motette „Das neugeborne Kindelein“ von Dietrich Buxtehude hat einem Konzert den Titel gegeben, in dem Werke von J. S. Bach, G.F. Händel und weniger bekannter Komponisten musiziert werden.

2. Adventssonntag, 10. 12. 2017. Einer Kantate von Dietrich Buxtehude verdankt sich auch der Titel des Konzertes der Musica Pastoralis  „Kommst du, kommst du, Licht der Heiden“. Advents- und Weihnachtsmusiken aus dem Barock und der Frühklassik erklingen in verschiedenen Besetzungen mit Sängern und Instrumentalisten.

3. Adventssonntag, 17. 12. 2017. Schülerinnen und Schüler des Hans-Carossa-Gymnasiums gestalten ein Kammerkonzert.

Freitag, 22. 12. 2017, 18 Uhr: "Ludwig Thoma – Heilige Nacht". Heinrich Wannisch liest diese einzigartige Erzählung von der Geburt Christi. Musikalisch umrahmen die Michaeli Sänger und die Frauenberger Hausmusi.


Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Spenden sind erwünscht und erbeten.

Nähere Informationen zu Programmen und Mitwirkenden unter "Veranstaltungen". Bitte, dort anklicken!

Bitte beachten Sie auch das Programmheft zum 19. Landshuter Krippenweg "Folge dem Stern ... ". Es liegt u.a. beim Verkehrsverein (Rathaus) auf.

Sophie Scholls Carossagedichte

Sophie Scholl : "Gedichte" oder "was einen direkt selbst betrifft"

Sofie Scholl

Bei unserem literarisch-musikalischen Gedenken "Hans Carossa und seine Leser im Freundeskreis Weiße Rose" wurden Carossagedichte vorgetragen, die Sophie Scholl besonders schätzte.

Wir stellen diese Gedichte in kleineren zeitlichen Abständen hier ein.

Unzugänglich schien der Gipfel;
Nun begehn wir ihn so leicht.
Fern verdämmern erste Wege,
Neue Himmel sind erreicht.

Urgebirg und offne Länder
Schweben weit, in Eins verspielt.
Städte, die wir nachts durchzogen,
Sind ein einfach-lichtes Bild.

Helle Wolke streift herüber;
Uns umweht ihr Schattenlauf.
Große blaue Falter schlagen
Sich wie Bücher vor uns auf.

Erstveröffentlichung 1917


Finsternisse fallen dichter
Auf Gebirge, Stadt und Tal.
Doch schon flimmern kleine Lichter
Tief aus Fenstern ohne Zahl.

Immer klarer, immer milder,
Längs des Stroms gebognem Lauf,
Blinken irdische Sternenbilder
Nun zu himmlischen hinauf.

Entstanden 1907

An eine Katze

Katze, stolze Gefangene,
Lange kamst du nicht mehr.
Nun, über dämmerverhangene
Tische zögerst du her,

Feierabendbote,
Feindlich dem emsigen Stift,
Legst mir die Vorderpfote
Leicht auf begonnene Schrift,

Mahnst mich zu neuem Besinnen,
Du so gelassen und schön!
Leise schon hör ich dich spinnen
Heimliches Orgelgetön.

Lautlos geht eine Türe.
Alles wird ungewohnt.
Wenn ich die Stirn dir berühre,
fühl ich auf einmal den Mond.

Woran denkst du nun? An dein Heute?
Was du verfehlt und erreicht?
An dein Spiel? Deine Jagd? Deine Beute?
Oder träumst du vielleicht,

Frei von versuchenden Schemen,
Grausamer Gegenwart,
Milde teilzunehmen
An der menschlichen Art.

Selig in großem Verzichte
Welten entgegen zu gehn,
Wandelnd in einem Lichte,
Das wir beide nicht sehn?

Entstanden 1928

Ein Stern singt

Schleift nur Gläser, schmiedet Röhren,
Meine Wandlung zu belauern!
Könnt ihr meinen Sang nicht hören,
Bleibt euch nur ein erdhaft Schauern.

Während ich die Wesen ordne,
Stockt mein Puls! Ich muß beginnen,
Alles tief aus mir Gewordne
Still in mich zurückzuspinnen.

Schon zu neuen Klangfiguren
Lagern sich die Grund-Atome;
Meine dumpfsten Kreaturen
Bauen mit am heiligen Dome.

Endlich, ganz und gar durchsichtig,
Liebende kristallne Rose,
Nur noch meiner Seele pflichtig,
Schwing ich mich ums Zeitenlose.

Keiner wird mich künftig sehen,
Der mich nicht wahrhaftig bräuchte.
Vielen muß ich untergehen,
Daß ich wenigen stärker leuchte.

Entstanden 1923/24

Hans Carossa und seine Leser im Freundeskreis Weiße Rose

"... nach innerer Freiheit und Selbstbestimmung trachten ..." - Eine Erinnerung an Hans Carossa und seine Leser im Freundeskreis Weiße Rose.

Das Programm und die Redebeiträge unserer literarisch-musikalischen Gedenkveranstaltung vom 22. Februar 2017 finden Sie unter Menüpunkt "Förderverein/Publikationen".

Bitte, dort anklicken!

Unter "Aktuelles" stellen wir in kleineren Abständen die Carossagedichte ein, die Sophie Scholl besonders geschätzt hat und die in unserer Gedenkstunde vorgelesen wurden.

Erinnern und Erhalten - Die Heilig Kreuzkirche in Landshut

erinnern und erhalten titel

 

 

 

Erinnern und Erhalten - Die Heilig Kreuzkirche in Landshut

ist für 10 € erhältlich im Sekretariat des Hans-Carossa-Gymnasiums (Freyung 630 a), beim Verkehrsverein (Rathaus I, Altstadt) und in den Buchhandlungen Hugendubel und Pustet (Altstadt) und Nikola (Nikolastraße).
Interessenten können sich auch an den Förderverein unter 0871 41938 wenden.

 




asam engelskonzert


Auschnitt aus dem "Engelskonzert" (Georg Asam)

Die reich bebilderte Publikation enthält neben einer kurzen Chronik und einem Porträt unseres Fördervereins vier Aufsätze: Max Tewes, Der Neubau des Franziskanerinnen Klosters Heilig Kreuz in Landshut 1698 bis 1700 / Friedrich Bruckner, Zwischen Aufhebung und Anpassung - Die Heilig Kreuzkirche im 19. Jahrhundert oder Was ist zweckmäßig? / Hans Fischer, Georg Asam - der Maler der Fresken in der Heilig Kreuzkirche Landshut / Günther Knesch, Die Bau- und Restaurierungsarbeiten.

Tag des Offenen Denkmals

Der "Tag des Offenen Denkmals" (8.9.2013) in der örtlichen Presse
Die Landshuter Zeitung hatte die Veranstaltungen des Denkmaltages sehr ausführlich und ansprechend angekündigt, leider erschien dann im Bericht über den Denkmaltag ein sinnentstellend wiedergegebenes "Zitat des Tages". Unseren Leserbrief hat die Landshuter Zeitung inzwischen mit geänderter Überschrift - "Die Landshuter Heiligkreuzkirche darf ein unbequemes Denkmal sein" - , sonst aber unverändert veröffentlicht (LZ vom 14.9.2013).
Nachstehend der Text, den wir an die Landshuter Zeitung geschickt haben.

Die Heilig Kreuzkirche in Landshut - ein unbequemes Denkmal "jenseits des Guten und Schönen"?

Für den Tag des Offenen Denkmals 2013 war deutschlandweit das Motto "Jenseits des Guten und Schönen - Unbequeme Denkmale?" ausgegeben worden. Wie passt nun das "Denkmal Heilig Kreuzkirche" - als Aula des Hans-Carossa-Gymnasiums und Konzertsaal Heiligkreuzkirche genutzt - in dieses Rahmenthema?
Dass sie "Jenseits des Guten und Schönen" sei, wird man von einer Barockkirche mit Fresken von Georg Asam und Wessobrunner Stuckaturen bestimmt nicht sagen können und wollen - selbst wenn sie keine geweihte Kirche mehr ist.
Gehört bzw. gehörte sie dann zu den "unbequemen Denkmalen"?
Versteht man das Adjektiv unbequem im ursprünglichen Wortsinn von unpassend, nicht zuträglich, trifft dies auf das 1802 säkularisierte Kloster HeiligKreuz sicher zu. Die als nutzlos betrachtete Kirche überlebte nur, weil sie, liturgisch entkernt, zur "Aula" umfunktioniert und für pädagogische und kulturelle Zwecke genutzt werden konnte.
Dass die ehemalige Heilig Kreuzkirche, deren Raumarchitektur dabei entstellt wurde, viel Schönes verloren hat, ist heute noch sichtbar. Aber dank mutiger, verantwortungsvoller Initiativen und großer Anstrengungen ist die "Heilig Kreuzkirche", inzwischen als Denkmal geschützt, wieder ein harmonischer, schöner und festlicher Raum geworden. Freundliche Farbigkeit, auch an der Außenfassade, ist zurückgekehrt, die Bilder sind wieder "lesbar". Damit können Geschichte und ihre Botschaft verbindend in unsere Gegenwart hineinwirken.
Warum sollte die ehemalige Heilig Kreuzkirche dann ein "unbequemes Denkmal" sein? Weil es großer Anstrengungen und finanzieller Opfer bedurfte, ihr wieder ein würdiges Aussehen zu geben, und weil es weiterhin beachtlichen Aufwand und steten Einsatz erfordert, sie zu erhalten. Sie darf aber durchaus ein "unbequemes Denkmal" sein, das oberflächlichem Zweckdenken im Wege steht und sich nicht von einem Zeitgeist vereinnahmen lässt, der sich mit dem Alltäglichen begnügt.

Dr. Friedrich Bruckner

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