Tag des Offenen Denkmals 8. September 2019

 
Am "Tag des Offenen Denkmals" , Sonntag, 8. September 2019, ist die Heilig Kreuzkirche von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Es finden Führungen statt.
 
Näheres in Kürze!
 
 
Nachstehend ein Leserbrief zum "Tag des Öffenen Denkmals 1913":
 
 
Der "Tag des Offenen Denkmals" (8.9.2013) in der örtlichen Presse

Die Landshuter Zeitung hatte die Veranstaltungen des Denkmaltages sehr ausführlich und ansprechend angekündigt, leider erschien dann im Bericht über den Denkmaltag ein sinnentstellend wiedergegebenes "Zitat des Tages". Unseren Leserbrief hat die Landshuter Zeitung inzwischen mit geänderter Überschrift - "Die Landshuter Heiligkreuzkirche darf ein unbequemes Denkmal sein" - , sonst aber unverändert veröffentlicht (LZ vom 14.9.2013).
Nachstehend der Text, den wir an die Landshuter Zeitung geschickt haben.

Die Heilig Kreuzkirche in Landshut - ein unbequemes Denkmal "jenseits des Guten und Schönen"?

Für den Tag des Offenen Denkmals 2013 war deutschlandweit das Motto "Jenseits des Guten und Schönen - Unbequeme Denkmale?" ausgegeben worden. Wie passt nun das "Denkmal Heilig Kreuzkirche" - als Aula des Hans-Carossa-Gymnasiums und Konzertsaal Heiligkreuzkirche genutzt - in dieses Rahmenthema?
Dass sie "Jenseits des Guten und Schönen" sei, wird man von einer Barockkirche mit Fresken von Georg Asam und Wessobrunner Stuckaturen bestimmt nicht sagen können und wollen - selbst wenn sie keine geweihte Kirche mehr ist.
Gehört bzw. gehörte sie dann zu den "unbequemen Denkmalen"?
Versteht man das Adjektiv unbequem im ursprünglichen Wortsinn von unpassend, nicht zuträglich, trifft dies auf das 1802 säkularisierte Kloster HeiligKreuz sicher zu. Die als nutzlos betrachtete Kirche überlebte nur, weil sie, liturgisch entkernt, zur "Aula" umfunktioniert und für pädagogische und kulturelle Zwecke genutzt werden konnte.
Dass die ehemalige Heilig Kreuzkirche, deren Raumarchitektur dabei entstellt wurde, viel Schönes verloren hat, ist heute noch sichtbar. Aber dank mutiger, verantwortungsvoller Initiativen und großer Anstrengungen ist die "Heilig Kreuzkirche", inzwischen als Denkmal geschützt, wieder ein harmonischer, schöner und festlicher Raum geworden. Freundliche Farbigkeit, auch an der Außenfassade, ist zurückgekehrt, die Bilder sind wieder "lesbar". Damit können Geschichte und ihre Botschaft verbindend in unsere Gegenwart hineinwirken.
Warum sollte die ehemalige Heilig Kreuzkirche dann ein "unbequemes Denkmal" sein? Weil es großer Anstrengungen und finanzieller Opfer bedurfte, ihr wieder ein würdiges Aussehen zu geben, und weil es weiterhin beachtlichen Aufwand und steten Einsatz erfordert, sie zu erhalten. Sie darf aber durchaus ein "unbequemes Denkmal" sein, das oberflächlichem Zweckdenken im Wege steht und sich nicht von einem Zeitgeist vereinnahmen lässt, der sich mit dem Alltäglichen begnügt.

Dr. Friedrich Bruckner

Erinnern und Erhalten - Die Heilig Kreuzkirche in Landshut

 erinnern und erhalten titel

Unsere Publikation "Erinnern und Erhalten - Die Heilig Kreuzkirche in Landshut" ist inzwischen leider vergriffen.

Erinnern und Erhalten - Die Heilig Kreuzkirche in Landshut

ist für 10 € erhältlich im Sekretariat des Hans-Carossa-Gymnasiums (Freyung 630 a), beim Verkehrsverein (Rathaus I, Altstadt) und in den Buchhandlungen Hugendubel und Pustet (Altstadt) und Nikola (Nikolastraße).
Interessenten können sich auch an den Förderverein unter 0871 41938 wenden.

 




asam engelskonzert


Auschnitt aus dem "Engelskonzert" (Georg Asam)

Die reich bebilderte Publikation enthält neben einer kurzen Chronik und einem Porträt unseres Fördervereins vier Aufsätze: Max Tewes, Der Neubau des Franziskanerinnen Klosters Heilig Kreuz in Landshut 1698 bis 1700 / Friedrich Bruckner, Zwischen Aufhebung und Anpassung - Die Heilig Kreuzkirche im 19. Jahrhundert oder Was ist zweckmäßig? / Hans Fischer, Georg Asam - der Maler der Fresken in der Heilig Kreuzkirche Landshut / Günther Knesch, Die Bau- und Restaurierungsarbeiten.

Mitgliederversammlung 2019 und 2. Mitgliederbrief

Die diesjährige Jahresmitgliederversammlung wurde entsprechend der Tagesordnung abgehalten.

Nach dem Bericht der Vorstandschaft, des Schatzmeisters und des Kassenprüfers wurde die Vorstandschaft ohne Gegenstimmen entlastet.

Einstimmig wurde auch der Entwurf des Haushaltsplanes für 2019 angenommen.

Unter dem Tagesordnungspunkt "Aktivitäten und Perspektiven" wurden, ausgehend von der Zielsetzung unseres Vereins, die Themenkreise Wahrnehmung und Präsenz des "Aulavereins" in der Schulgemeinschaft des Hans-Carossa-Gymnasiums und Öffentlichkeitsarbeit sowie Einbindung ins kulturelle Leben der Stadt Landshut und Förderung junger Musiker diskutiert.

Der 2. Mitgliederbrief 2019 ist am 7.6.2019 zur Post gegeben worden.

Johann Sebastian Bach Johannespassion, Sonntag, 7. April. 2019, 19 Uhr

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750)

Johannespassion

Wenn in der ehem. Heilig Kreuzkirche in Landshut die "passio secundum Ioannem" aufgeführt wird, sind es auf den Tag genau 295 Jahre seit ihrer Uraufführung. J. S. Bach hatte diese Passion für die Karfreitagsvesper in der Nikolaikirche in Leipzig geschrieben. Dort erklang dieses Werk für 4 Soli, vierstimmigen Chor und Orchester am 7. April 1724 zum ersten Mal. Seit 1723 Thomaskantor in Leipzig hat J. S. Bach die Leidensgeschichte Jesu von der Gefangennahme bis zur Kreuzigung "als spannungsreiches, mit allen musikalischen Mitteln gezeichnetes Geschehen wiedergegeben". Er geht damit weit über das in der Kirchenmusik seiner Zeit Gewohnte hinaus.

Entsprechend der Aufführungspraxis zu Bachs Zeiten wird im tieferen Kammerton musiziert. Das Ensemble "Landshut Barock" spielt auf Nachbauten historischer Instrumente.

Ausführende:

Andreas Hirtreiter (Evangelist), Jakob Schad (Jesus/Bass), Fiorella Pratelli (Sopran), Stefan Hör (Tenor)

Bachchor Landshut, Ensemble "Landshut Barock"

Die Gesamtleitung hat Stefan Stoiber.

Karten zu 25 € im Vorverkauf beim Leserservice der Landshuter Zeitung, Altstadt 89 und beim Landshuter Wochenblatt, Maybachstraße 8

Karten zu 28 € an der Abendkasse

 

 

Sophie Scholls Carossagedichte

Sophie Scholl : "Gedichte" oder "was einen direkt selbst betrifft"

Sofie Scholl

Bei unserem literarisch-musikalischen Gedenken "Hans Carossa und seine Leser im Freundeskreis Weiße Rose" wurden Carossagedichte vorgetragen, die Sophie Scholl besonders schätzte.

Wir haben diese Gedichte hier eingestellt.

Unzugänglich schien der Gipfel;
Nun begehn wir ihn so leicht.
Fern verdämmern erste Wege,
Neue Himmel sind erreicht.

Urgebirg und offne Länder
Schweben weit, in Eins verspielt.
Städte, die wir nachts durchzogen,
Sind ein einfach-lichtes Bild.

Helle Wolke streift herüber;
Uns umweht ihr Schattenlauf.
Große blaue Falter schlagen
Sich wie Bücher vor uns auf.

Erstveröffentlichung 1917


Finsternisse fallen dichter
Auf Gebirge, Stadt und Tal.
Doch schon flimmern kleine Lichter
Tief aus Fenstern ohne Zahl.

Immer klarer, immer milder,
Längs des Stroms gebognem Lauf,
Blinken irdische Sternenbilder
Nun zu himmlischen hinauf.

Entstanden 1907

An eine Katze

Katze, stolze Gefangene,
Lange kamst du nicht mehr.
Nun, über dämmerverhangene
Tische zögerst du her,

Feierabendbote,
Feindlich dem emsigen Stift,
Legst mir die Vorderpfote
Leicht auf begonnene Schrift,

Mahnst mich zu neuem Besinnen,
Du so gelassen und schön!
Leise schon hör ich dich spinnen
Heimliches Orgelgetön.

Lautlos geht eine Türe.
Alles wird ungewohnt.
Wenn ich die Stirn dir berühre,
fühl ich auf einmal den Mond.

Woran denkst du nun? An dein Heute?
Was du verfehlt und erreicht?
An dein Spiel? Deine Jagd? Deine Beute?
Oder träumst du vielleicht,

Frei von versuchenden Schemen,
Grausamer Gegenwart,
Milde teilzunehmen
An der menschlichen Art.

Selig in großem Verzichte
Welten entgegen zu gehn,
Wandelnd in einem Lichte,
Das wir beide nicht sehn?

Entstanden 1928

Ein Stern singt

Schleift nur Gläser, schmiedet Röhren,
Meine Wandlung zu belauern!
Könnt ihr meinen Sang nicht hören,
Bleibt euch nur ein erdhaft Schauern.

Während ich die Wesen ordne,
Stockt mein Puls! Ich muß beginnen,
Alles tief aus mir Gewordne
Still in mich zurückzuspinnen.

Schon zu neuen Klangfiguren
Lagern sich die Grund-Atome;
Meine dumpfsten Kreaturen
Bauen mit am heiligen Dome.

Endlich, ganz und gar durchsichtig,
Liebende kristallne Rose,
Nur noch meiner Seele pflichtig,
Schwing ich mich ums Zeitenlose.

Keiner wird mich künftig sehen,
Der mich nicht wahrhaftig bräuchte.
Vielen muß ich untergehen,
Daß ich wenigen stärker leuchte.

Entstanden 1923/24

Der Kranke

Ich liege still im stillen Haus.
Ich bin vergraben im Winterwald.
Vor meinem Fenster im Nebelbaum
Grüßt ein Rabe jeden Morgen.

Dies ist nicht mein einziger Freund.
Es wird manchmal dunkel am Tage,
Dann kommen die lieben Schneefinken
Vom Berg heruntergeflattert.

Das sind die grauen Vögel,
Die den Sturm verkünden.
Sie flüchten sich an mein Fenster,
Wenn oben der Tod sie bedroht.

Es dämmert, nun kommt meine Schwester.
Sie singt und entzündet die Lampe.
Sie hat eine sanfte Stimme,
Doch ich, ich fürchte sie heimlich.

Meine Schwester hat einen Schneefinken
Ins Zimmer gelockt und erdrosselt.
Sie schmückt mich mit seinem Gefieder.
Oft weckt mich sein Angstruf bei Nacht.

Am Abend setzt sich ein Fremder
Zu mir und behorcht meine Brust.
Meine Schwester umflüstert ihn leise,
Er zuckt mit den Schultern und schweigt.

Die Nächte sind manchmal sehr bang.
Es gehen die Türen von selber,
Dann kommen die Frauen herein,
Die mir das Fieber bringen.

Sie scheinen zu lächeln fern.
Doch wenn sie näher schleichen,
Dann sehen sie ganz wie die Toten aus.
Ihre Augen sind ohne Blick.

Mein Atem wird immer kürzer,
Wenn die weißen Hände mich suchen.
Ich sehne mich nach der Frühe,
Nach dem schönen, lebendigen Raben.

Veröffentlicht 1908

Der alte Brunnen

Lösch aus dein Licht und schlaf! Das immer wache
Geplätscher nur vom alten Brunnen tönt.
Wer aber Gast war unter meinem Dache,
Hat sich stets bald an diesen Ton gewöhnt.

Zwar kann es einmal sein, wenn du schon mitten
Im Traume bist, daß Unruh geht ums Haus,
Der Kies beim Brunnen knirscht von harten Tritten,
Das helle Plätschern setzt auf einmal aus,

Und du erwachst, - dann mußt du nicht erschrecken!
Die Sterne stehn vollzählig überm Land,
Und nur ein Wandrer trat ans Marmorbecken,
Der schöpft vom Brunnen mit der hohlen Hand.

Er geht gleich weiter, und es rauscht wie immer.
O freue dich, du bleibst nicht einsam hier.
Viel Wandrer gehen fern im Sternenschimmer,
Und mancher noch ist auf dem Weg zu dir.

1924
Hugo von Hofmannsthal zum 50. Geburtstag

FRE HCG Logo 250